Michael Bach Bachtischa: HOW TO SPELL 273″

Meine Komposition für Cello und BACH.Bogen – 273″ für Dieter Schnebel – entstand dieses Jahr im Gedenken an Dieter Schnebel und wurde innerhalb einer Vernissage „Förderpreis des VBKW“ im Kunstbezirk Stuttgart am 14. September 2018 von mir uraufgeführt. Anschließend wurde das Werk Renate Hoffleits, Seven Strings, von uns beiden uraufgeführt. Der letzte Klang am Cello, die Tonhöhe B mit einer spürbaren Schwebung, ging in den Ton B der längsten Saite (22 m), die Renate Hoffleit und ich im Kunstbezirk gespannt hatten, unmittelbar über.

Da Dieter Schnebel etliche Sprachwerke schuf und mit John Cage oft in Beziehung gebracht wird, ist eine eigenständige Fassung entstanden, die beiden Komponisten gewidmet ist. In diesem Clip ist das Cellowerk 273″ für Dieter Schnebel hörbar, das verknüpft wird mit meiner frei assoziierten Interpretation zu 4’33“ (=273″) von John Cage. Cages Aussage: „‚What we require is silence; but what silence requires is that I go on talking.“ steht hier Pate.

John Cage und Dieter Schnebel waren die ersten Komponisten, die für meinen Rundbogen in den Jahren 1991 und 1992 Werke komponierten (ONE8, ONE13, Mit diesen Händen).

Biografie:

„Michael Bach studierte Cello bei Gerhard Mantel, Boris Pergamenschikow, Pierre Fournier und János Starker.

Der Cellist trat bei Solokonzerten rund um die Welt auf, so unter anderem bei den Donaueschinger Musiktagen, dem Festival musica Strasbourg, dem Akiyoshidai Festival in Japan, in der Carnegie Hall New York, Suntory Hall Tokyo, der Alten Oper Frankfurt/Main.

Er steuerte signifikante Beiträge zur Kunst des zeitgenössischen Cellospiels bei. Seine Buchveröffentlichung Fingerboards & Overtones (1991), entwirft Ideen bezüglich des obertönigen und mehrstimmigen Spiels am Cello. Ab 1990 entwickelt er einen Rundbogen (BACH.Bogen) für Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass, der durch seine hohe Wölbung das gleichzeitige Streichen mehrerer Saiten erlaubt, so dass volltönende, durchgehaltene Akkorde möglich sind. Die Präsentation des BACH.Bogen fand 2001 in Paris statt, auf Einladung von Mstislaw Rostropowitsch, der diese Neuentwicklung von 1997 bis 2001 begleitete.

John Cage, Dieter Schnebel, Walter Zimmermann und Hans Zender haben in Zusammenarbeit mit Michael Bach für diesen Rundbogen komponiert. Michael Bach bezeichnet seine eigenen Werke als „frei von kompositorischen Konventionen“. Sie enthalten neben den Tonhöhen meist keine zeitlichen Angaben. Eine Ausnahme bilden seine live-elektronischen Konzeptionen, die oft ein striktes Zeitmaß voraussetzen (NURHAUFFÜGUR, Röhrenstücke).

In Kooperation mit der Bildenden Künstlerin Renate Hoffleit hat er Saiteninstallationen und Klanginstallationen im öffentlichen Raum verwirklicht, die oft mit speziell dafür geschriebenen Kompositionen und Performances erklingen. Ihre Projekte (zwischen e und f)² in Stuttgart und IM KLANGSTROM in Ulm wurden vom Innovationsfond Kunst des Landes Baden-Württemberg gefördert. Das Projekt Schloss Kapfenburg besaitet… wurde im Jahr 2000 im „Guinness Buch der Rekorde“ gelistet.

Seine cellistische und kompositorische Arbeit wurde mit den Preisen Gaudeamus Amsterdam, Kranichstein Darmstadt, Record Academy Prize Japan, Millennium Preis Würzburg ausgezeichnet.

Der BACH.Bogen erhielt 2012 den 1. Preis des Ausstellungsprojekts „BACHLÄUFE – Johann Sebastian Bachs Spuren in der Moderne“ in Arnstadt. Ausstellung der Fingerboards in Trier 2012

In den beiden blogs the bach update und the cello upgrade dokumentiert und analysiert Michael Bach Projekte und Aspekte der zeitgenössischen Musik sowie neue Erkenntnisse zu den Solowerken für Violine und Cello von Johann Sebastian Bach.

Michael Bachs visuelle Arbeiten beinhalten Fingerboards, Fotocollagen, Zeichnungen und Skulpturen. Sie werden bei internationalen Ausstellungen gezeigt. Die Sonderbriefmarke zu „75 Jahre Donaueschinger Musiktage, Deutschland 1996“ nutzt das visuell-akustische Werk 18-7-92, Aufzeichnungen zu Ryoanji (1992).

In letzter Zeit entstehen auch experimentelle Videoproduktionen, die u. a. im ZKM Karlsruhe („videocello“) oder im Musée Chagall, Nice gezeigt wurden.“ (Wikipedia)

Interpreten und Ort:

  • Michael Bach, Cello mit BACH.Bogen. Uraufführung Stuttgart 14.09.2018 im Kunstbezirk Stuttgart
  • Michael Bach, Stimme
  • Produktion Wissembourg 2017. Eine Produktion des Atelier BACH.Bogen 2018

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