Philipp Ludwig Stangl: QUAD

QUAD für Video, Ensemble und Soundtrack

„Etwas ist mit dem Realen geschehen. Es hat sich nicht in die Tiefe des Bildes zurückgezogen. Es hat sich verdoppelt. Einerseits hat es sich in seine bilderlose Singularität zurückgezogen. Scheint fern und opak. Andererseits hat es sich uns angenähert, in den gegenwärtigen Bildern, die diesen Prozess in Szene setzten.“ – Jacques Rancière

QUAD unternimmt den Versuch die filmische Realität des Bildes in Klang zu konvertieren. Fragmente des Realen definieren und navigieren die instrumentalen Klanggestalten. Ausgangspunk für das kompositorisches Prinzip der Montage ist hier jedoch nicht die Imitation der Wirklichkeit, sondern vielmehr eine Transformation des filmischen Raums in einen akustischen und dessen musikalische Überschreibung: Das reale Feld des Films spiegelt sich im contre-champ des Instrumentalklangs und umgekehrt. Ein lärmendes Quad durchmisst den Raum einer Kiesgrube und wird zur Fiktion des instrumentalen Klangs.

QUAD ist ein Auftragswerk der Philharmonie Essen gefördert aus Mitteln des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Biografie:

Philipp Ludwig Stangl (* 1979) studierte Komposition und Visualisierung bei Prof. Peter Herborn und Prof. Dietrich Hahne an der Folkwang Hochschule in Essen.

Zu seinen Kompositionen und Videos zählen neben seinen Arbeiten für die Bühne, Kompositionen für Modernen Tanz (die gemeinsame Produktion „speak“ mit dem Choreografen Rodolpho Leoni wurde 2005 mit dem „Deutschen Produzentenpreis für Choreographie“ ausgezeichnet), Werke für Kammerensembles, intermediales Musiktheater (u.a. zusammen mit Mike Svoboda, Helmut Oehring/Ensemble Modern), sowie audiovisuelle Installationen und Filmarbeiten.

Er arbeitete seit 2001 u.a. am Theater Basel, an der Staatsoper Berlin, am Deutschen Theater Berlin, Stadttheater Bern, Bremer Theater, Theater Bonn, Staatsschauspiel Dresden, Tanzhaus NRW Düsseldorf, PACT Zollverein/Choreographischen Zentrum NRW Essen, Deutschen Theater Göttingen, an den Bühnen Graz, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, Theater & Orchester Heidelberg, Landestheater Linz, Nationaltheater Mannheim, Volkstheater München, den Münchner Kammerspielen, dem Saarländischen Staatstheater Saarbrücken, Theater Trier, Hessischen Staatstheater Wiesbaden, den Wuppertaler Bühnen und dem Theater Winkelwiese Zürich.

Intermediale Kompositionen, Installationen und Sound-Designs realisierte er u.a. im Auftrag der Philharmonie Essen, der Stiftung Zollverein Essen, des ZKM Karlsruhe, des Saarländischen Rundfunks Saarbrücken und ARTE.

Seine Werke wurden auf zahlreichen internationalen Theater-, Musik- und Filmfestivals und Gastspielen aufgeführt. Zwischen 2007 und 2012 war er als Komponist und Videokünstler festes Ensemblemitglied am Stadttheater Bern und unterrichtete zudem 2009 bis 2012 als Lehrbeauftragter an der Folkwang Universität der Künste Essen. Seit 2012 ist er Professor für „künstlerische Medienpraxis/audiovisuelle Gestaltung“ an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim.

Interpreten und Ort:

  • Ensemble folkwang modern
  • Leitung: Günter Steinke, Barbara Maurer
  • Isaac Espinoza Hidrobo: Violine
  • Alice Vaz: Viola
  • Ghislain Portier: Cello
  • Endika Rodriguez: Kontrabass
  • Mihailo Erakovic: Akkordeon
  • Tilman Wolf: Piano
  • Ji Hyung Lee: Percussion
  • Philipp Ludwig Stangl – Komposition, Video & Sounddesign

Mitschnitt der Uraufführung im Rahmen des Festivals „NOW! Grenzgänger“ der Philharmonie Essen am 27.10.2017

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