Preiträger 2019: Maxim Seloujanov für „Infiorata“

Seloujanov studierte Komposition am Salzburger Mozarteum in der Klasse von Boguslaw Schaeffer. Sein vielfältiges künstlerisches Schaffen zeichnet sich durch eine Zugehörigkeit zu verschiedenen kulturellen Räumen aus. In seinem Werk bezieht er sich sowohl auf die russische Kultur als auch auf Errungenschaften der westlichen Avantgarden. Seine Werkliste umfasst hunderte Musikwerke verschiedener Gattungen, zahlreiche Bilder, visuelle und multimediale Arbeiten. Maxim Seloujanovs videopoetisches Werk „Infiorata“ widmet sich dem Thema Umwelttransformation, Entität und Gender in der Musik.

Maxim Seloujanov überzeugte die Jury durch seine Spielart engagierter Videokunst, in der Poesie auf Tagespolitik trifft und Instrumentalmusik auf moderne Filmtechnik. Seloujanovs originelle Verwendung und Kombination bildnerischer, grafischer, filmischer und musikalischer Bilder und Musik erzeugen den Eindruck großer Lebendigkeit und Frische. Seloujanovs Musik für die Geigerin Weiping Lin und den Cellisten Arne Kircher ist ähnlich markant wie seine Bildsprache. Naives trifft auf Komplexes und wird in der technischen Realisierung durch Jüri Sorokin auf den Moment genau mit der Bildhandlung synchronisiert. Obwohl die einzelnen visuellen Effekte, ebenso wie die musikalischen Parameter, durchgehend als bekannt und wenig spektakulär zu bezeichnen sind, ist die Wirkung von Maxim Seloujanovs Videopoesis „Infiorata“ stets neu und voller überraschender Wendungen.

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