Christian Dimpker: Warenwirtschaft

Der Grundaufbau von Warenwirtschaft besteht aus internen Geräten, die auf einer Bühne platziert werden, und externen Geräten, die sich in abgetrennten Räumen befinden, aber visualisiert werden indem sie gefilmt und auf Bildschirmen in den Konzertsaal übertragen werden. Die Geräte werden zudem durch Mikrofone abgenommen und können dann mittels Audiobearbeitungstechniken (Filter, Hall, Delay etc.) modifiziert werden. Alle (internen und externen) Geräte können auf diese Weise transformiert werden. Wenn interne Geräte modifiziert werden, mischt sich der ursprüngliche Klang mit dem bearbeiteten Klang. Externe Geräte können viel drastischer transformiert werden, da der Ursprungsklang komplett unterdrückt und nur der bearbeite Klang hörbar gemacht werden kann. Zudem wird ein Radio in der Vorhalle des Konzertsaals installiert und eine Nachrichtensendung abspielen. Dann wird dieses Signal aufgenommen und immer wieder in den Raum zurückgespielt/aufgenommen „until the resonant frequencies of the room reinforce themselves so that any semblance of [this] speech (…) is destroyed” (Vgl. Alvin Lucier: I am sitting in a room). Somit werden die Raumeigenschaften hörbar gemacht. Dieses Phänomen wird in den Konzertsaal übertragen.

Biografie:

Christian Dimpker ist Komponist und Kunsttheoretiker mit akademischen Studien in Philosophie, Geschichte und Sound Studies sowie Promotion in der Musikwissenschaft/Komposition. Seine Kompositionen erforschen unkonventionelle Bereiche der Notation. Um dazu in der Lage zu sein hat er ein weitreichendes Notationssystem für erweiterte instrumentale Spieltechniken und die elektroakustische Musik entwickelt. Die Abhandlung mit dem Titel Extended notation: The depiction of the unconventional wird vom LIT Verlag herausgegeben. Derzeit weitet er seine Arbeit auf die Bereiche Licht und Bewegung aus. Dimpker hat zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien für seine Arbeit bekommen (u. a. Cité des Arts Paris, SWR Experimentalstudio, St. John’s Smith Square, Künstlerdorf Schöppingen, RWE/innogy Stiftung, Deutsche Künstlerhilfe, Tokyo Arts and Space oder CMMR Konferenz), seine Stücke wurden in Deutschland, Österreich, Japan, Rumänien, Spanien, Portugal, den USA und Australien von Mitgliedern renommierter Ensembles wie Elision, 2e2m oder Ensemble Resonanz aufgeführt. Zudem hat er als Notensetzer Helmut Lachenmanns Schreiben für Breitkopf & Härtel gesetzt sowie in Großbritannien, Deutschland und Hongkong gelehrt.

Interpreten und Ort:

Spieler 1: Sayaka Nojiri, Spieler 2: Sabrina Ma, Spieler 3: Robert Schwarz. TONALi-Saal Hamburg

 

 

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